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70 Millionen Euro für das IBK Heyrothsberge

Stadtgeschehen
  • Erstellt: 10.07.2026 / 11:05 Uhr von ub/pm
Mit einem symbolischen Spatenstich hat das Land Sachsen-Anhalt den Startschuss für ein wegweisendes Modernisierungsprojekt gegeben. Rund 70 Millionen Euro fließen in den kommenden Jahren in das Institut für Brand- und Katastrophenschutz (IBK) in Heyrothsberge. Ziel ist es, die Einrichtung im Jerichower Land zu einer der modernsten Ausbildungsstätten Deutschlands zu machen.
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Es brennt auf mehreren Etagen, dichter Rauch versperrt die Sicht, Menschenleben sind in Gefahr – Szenarien wie diese gehören für Feuerwehr- und Rettungskräfte zum gefährlichen Alltag. Umso wichtiger ist eine Ausbildung, die so nah wie möglich an der Realität ansetzt. Das Institut für Brand- und Katastrophenschutz (IBK) Heyrothsberge steht vor einem historischen Quantensprung: Rund 70 Millionen Euro investiert das Land Sachsen-Anhalt in den kommenden Jahren, um die Infrastruktur der zentralen Ausbildungs- und Brandforschungseinrichtung umfassend zu modernisieren.
Die Mittel stammen aus dem Bundessondervermögen „Infrastruktur und Klimaneutralität“. Den symbolischen Spatenstich setzten Sachsen-Anhalts Innenministerin Dr. Tamara Zieschang und Landesfinanzminister Michael Richter.

Modernste Bedingungen für die Retter von morgen
„Die umfassenden Investitionen machen das IBK Heyrothsberge bundesweit zu einem der modernsten Ausbildungseinrichtungen“, betonte Innenministerin Dr. Tamara Zieschang anlässlich des Baustarts.
„Die Kameradinnen und Kameraden des Brand- und Katastrophenschutzes werden zukünftig unter modernsten Bedingungen lernen und üben. So werden sie auf die wachsenden Herausforderungen im Brand- und Katastrophenschutz bestmöglich vorbereitet. Mit diesen Millioneninvestitionen wird zugleich ein weiterer Baustein im Zukunftskonzept zur Stärkung und Weiterentwicklung des IBK Heyrothsberge umgesetzt.“

Damit das Geld schnell und ohne bürokratische Hürden dort ankommt, wo es gebraucht wird, setzt das Land auf ein optimiertes Verfahren. Finanzminister Michael Richter erklärte hierzu: „Die Investitionen am Institut für Brand- und Katastrophenschutz Heyrothsberge sind zentrale Maßnahmen aus unserem Sondervermögen Infrastruktur. Um Projekte wie diese ohne zusätzlichen Zeitaufwand umsetzen zu können, wenden wir ein neues, standardisiertes Förderverfahren an, lediglich beschränkt auf die bundesrechtlich notwendigen Vorgaben. So können die Bauarbeiten zügig starten.“

Echtes Feuer, echte Hitze: Die Highlights der Modernisierung
Das rund 120.000 Quadratmeter große Areal, das derzeit 38 Gebäude unterschiedlichen Alters und Zustands umfasst, wird in weiten Teilen umgestaltet. Kernstücke der Modernisierung sind zwei neue Übungsgebäude, die eine praxisnahe Ausbildung garantieren sollen:
Neue Brandsimulationsanlage: In diesem Spezialgebäude trainieren die Einsatzkräfte unter Extrembedingungen mit echtem Rauch, realer Hitze und echtem Feuer. Geübt werden unter anderem die Brandbekämpfung über mehrere Stockwerke sowie die Menschenrettung.
Neues Kaltübungshaus: Hier wird das taktisch richtige Vorgehen in unterschiedlichen Gebäudetypen – vom klassischen Wohnhaus über Geschäftshäuser bis hin zu Gewerbebetrieben – simuliert und trainiert.

Darüber hinaus werden Schulungsräume, Unterkünfte, Sanitäranlagen sowie Lagerflächen für Einsatzbekleidung und Ausrüstung nach modernsten Standards neu geschaffen. Einige Maßnahmen sind bereits im Gange: Noch in diesem Jahr soll die umfassend neugestaltete Sportanlage fertiggestellt werden, für das kommende Jahr ist die Fertigstellung einer neuen Logistikhalle für die Forschungsabteilung geplant.

Vom Wissen zum Handeln: Auf dem Weg zum „Flaggschiff“
Für die Leitung des Instituts bedeutet die Millioneninvestition einen Meilenstein für die Qualität der Lehre. IBK-Direktor Andreas Rößler sieht in den Maßnahmen eine entscheidende Weichenstellung: „Wir wollen die Einsatz- und Führungskräfte von Feuerwehren und Katastrophenschutz bestmöglich auf reale Herausforderungen im Einsatz vorbereiten. Eine moderne, bedarfsgerechte Infrastruktur ist ein wichtiges Element für die Transformation von der wissens- zur handlungs- und kompetenzorientierten Lehre. Wir freuen uns daher sehr, dass unsere Liegenschaft einer umfassenden Betrachtung unterzogen wird und etliche dringend erforderliche Maßnahmen für Verbesserung der Qualität unserer Arbeit und die Optimierung von Betriebsabläufen zügig umgesetzt werden können.“

Die Modernisierung ist Teil des Anfang 2023 vom Ministerium für Inneres und Sport vorgestellten „Zukunftskonzepts“. Dieses wurde gemeinsam mit Vertretern des IBK, der Feuerwehren, den Hilfsorganisationen, kommunalen Spitzenverbänden und dem Landesfeuerwehrverband erarbeitet. Das erklärte Ziel des Konzepts ist ambitioniert, aber nun in greifbarer Nähe: Das IBK Heyrothsberge soll wieder zum bundesweiten Flaggschiff unter den Landesfeuerwehrschulen werden.

Bilder

Freigabe des Interimsgebäudes der Brandsimulationsanlage. Foto: ub
Foto: ub
Die Gäste verfolgen eine Übung im Brandsimulationsgebäude. Foto: ub
Der symbolische Spatenstich für die Investitionen ins IBK. Foto: ub
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Kommentare

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    Leser schrieb um 13:45 Uhr am 10.07.2026:
    Ich verstehe das alles nicht. Es ist angeblich kein Geld für ein neues Feuerwehrauto für die kleine Feuerwehr im Dorf da,aber hier wird nur mit Millionen um sich geschmissen?Oder bei uns im Dorf ist das Gerätehaus komplett veraltet, und dafür ist kein Geld vorhanden wurde uns mitgeteilt. Liebe Politiker ihr macht euch immer unsympathischer.Und meine Frage lautet ist das gerechtfertigt, das dort zu viel Geld ausgegeben wird. Wie oft sind dort Ausbildungen???.
    • Bürger schrieb um 14:25 Uhr am 10.07.2026:
      Grundsätzlich ist die Gemeinde für die Feuerwehr zuständig und nicht das Land bei der Feuerwehrschule handelt es sich um eine Landeseinrichtung die wie eine normal Schule auch von Feuerwehrangehörigen das ganze Jahr über besucht wird.
    • Feuerwehrmann schrieb um 14:23 Uhr am 10.07.2026:
      Bevor man hier sein Unverständnis bekundet, sollte man sich mit den gesetzlichen Grundlagen (Brandschutzgesetz LSA) beschäftigen. Dort sind die Zuständigkeiten klar geregelt. Die Gemeinden (Einheitsgemeinden, Verwaltungsgemeinschaften) sind in erster Linie für ihre Feuerwehren in jeder Hinsicht voll verantwortlich. Auch für die Unterhaltung und gegebenenfalls Neubeschaffung von Fahrzeugen
      , Technik und Gerätehäuser. Das Land unterstützt hier mit einem umfassenden Fördermittelprogramm (2026 immerhin 24 Millionen Euro). Wenn also das Löschfahrzeug neu beschafft werden muss oder ein Neubau des Feuerwehrhauses notwendig ist, kann die Gemeinde bei vorhandenen finanziellen Eigenmitteln einen Antrag auf Förderung stellen.
      Das Land Sachsen-Anhalt ist gesetzlich allein für den Unterhalt des IBK Heyrothsberge und für den Lehrgangsbetrieb zuständig. Somit sind die aktuellen hohen Investitionen logisch und für die nächsten Generationen von Feuerwehrangehörige wichtig.
      Und am Rande: Die Lehrgänge am IBK sind sprichwörtlich heiß begehrt (auch von Feuerwehren aus anderen Bundesländern) und sind immer ausgebucht. Ich habe hier im Laufe der Jahre eine Reihe von Lehrgängen absolviert und weiß um die Bedeutung des IBK für den Schutz unserer Mitmenschen.
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    Frage schrieb um 12:13 Uhr am 10.07.2026:
    Feuerwehr ist wichtig und sicher sind die Mittel hier auch sehr gut angelegt.
    Stellt sich nur die Frage warum immer kurz vor den Wahlen plötzlich so viele Mittel gefunden werden?
    • Bürger schrieb um 14:29 Uhr am 10.07.2026:
      Die Investitionen laufen da schon durchaus länger nur musste der Bürokratische Akt der Baugenehmigung erst einmal überwunden werden .