Rettungsschirm für den Gelben Frauenschuh: Landesumweltministerium fördert Orchideen-Lebensräume im Süden Sachsen-Anhalts mit 339.000 Euro
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Erstellt: 07.06.2026 / 16:03 Uhr von mr
Mit einem umfassenden Maßnahmepaket steuert das Umweltministerium gegen den drastischen Rückgang wildwachsender Orchideen in Sachsen-Anhalt an. Im Fokus steht dabei der streng geschützte Gelbe Frauenschuh in der Saale-Unstrut-Region.
Für die langfristige Aufwertung und Pflege der bedrohten Lebensräume hat Umwelt-Staatssekretär Steffen Eichner heute einen Förderbescheid über rund 339.000 Euro an das Landesamt für Umweltschutz (LAU) übergeben.
Orchideen sind weit mehr als beliebte Zimmerpflanzen: Weltweit haben sie fast alle Kontinente erobert, und allein in Mitteleuropa sind rund 250 wildwachsende Arten heimisch. Auch in Sachsen-Anhalt ist mit dem Gelben Frauenschuh eine der prächtigsten europäischen Orchideenarten beheimatet. Doch der Bestand der geschützten Pflanze ist in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen. Die Hauptgründe hierfür sind die anhaltende Trockenheit sowie akuter Lichtmangel, der durch die zunehmende Verbuschung von Freiflächen entsteht.
Gezielte Pflegemaßnahmen in „Natura 2000“-Gebieten Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, startet jetzt ein groß angelegtes Schutzprojekt in der Saale-Unstrut-Region. An insgesamt 32 Fundorten des Frauenschuhs sollen die Lebensräume langfristig aufgewertet werden. Das Maßnahmenpaket umfasst unter anderem die Entbuschung von Flächen, den gezielten Rückschnitt von Sträuchern sowie die Mahd von Offenlandflächen.
Die Arbeiten laufen bis Ende März 2029 und werden vom Landesamt für Umweltschutz (LAU) umgesetzt. Betroffen ist eine Gesamtfläche von rund 5,4 Hektar in drei Naturschutzgebieten, die Teil des europäischen Schutzgebietssystems „Natura 2000“ sind.
EU und Land finanzieren den Artenschutz Die Finanzierung des Projekts ist durch den heute von Umwelt-Staatssekretär Dr. Steffen Eichner überreichten Förderbescheid gesichert. Die Summe von bis zu 339.000 Euro stammt aus dem Landesprogramm „Biodiversität, Schutzgebietssystem Natura 2000“. Die Kosten teilen sich die Europäische Union und das Land Sachsen-Anhalt: 80 Prozent der Mittel werden über den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) bereitgestellt, die verbleibenden 20 Prozent steuert das Land bei.
Umwelt-Staatssekretär Steffen Eichner betonte bei der Übergabe: „Der Frauenschuh zählt zu den beeindruckendsten heimischen Orchideen. Für den Erhalt dieser geschützten Art wollen wir die bestehenden Lebensräume stärken, vor allem im Burgenlandkreis. Ich freue mich, dass das Landesamt für Umweltschutz die langfristigen Pflegemaßnahmen in den wertvollen ‚Natura-2000‘-Gebieten des Landes jetzt angehen kann. Damit investieren wir gezielt in den Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen.“
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