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Infrastruktur-Krise im Raum Magdeburg: Land Sachsen-Anhalt kritisiert Deutsche Bahn scharf

Sonstiges
  • Erstellt: 05.06.2026 / 09:05 Uhr von ub/pm
Marode Gleise, Langsamfahrstellen und Stellwerksprobleme: Die Schieneninfrastruktur rund um den Bahnknotenpunkt Magdeburg steht vor dem Kollaps. Sachsen-Anhalts Infrastrukturministerin Lydia Hüskens (FDP) spricht von einem strukturellen Problem und fordert sofortige Gegenmaßnahmen von der DB InfraGO. Pendler müssen sich monatelang auf massive Einschränkungen einstellen.


Massive Einschränkungen auf zentralen Strecken
Aktuell beeinträchtigen zahlreiche Mängel den Regionalverkehr im Raum Magdeburg erheblich: • Richtung Dessau (RE13): Wegen Streckenschäden gilt im Bereich Güterglück ein Tempolimit von 20 km/h. Züge aus Leipzig enden voraussichtlich bis Mitte Juli bereits in Biederitz.
• Richtung Braunschweig/Berlin: Arbeiten am Stellwerk Gerwisch führen zu eingleisigen Sperrungen. Die Orte Gerwisch und Möser sind vier Monate lang nur per Bus erreichbar.
• Richtung Wolfsburg: Eine Vollsperrung zwischen Magdeburg und Haldensleben erzwingt den Austausch von Betonschwellen.

Pünktlichkeit auf historischem Tiefstand
Die vielen, oft kurzfristigen Störungen und Rückstaus durch Güterzüge belasten den Berufsverkehr massiv. Laut der landeseigenen Nahverkehrsservice GmbH (NASA) ist die Pünktlichkeit im Regionalverkehr drastisch eingebrochen: Lag sie 2021 noch bei 94 Prozent, sank sie bis 2025 auf historische 84 Prozent.

Millioneninvestitionen des Landes verpuffen
Die Krise trifft das Land zur Unzeit. Sachsen-Anhalt investiert in den Jahren 2025 und 2026 mehr als 212 Millionen Euro in moderne Bahnhöfe, Haltepunkte und Park+Ride-Anlagen. Ministerin Hüskens betont jedoch, dass diese Investitionen ohne eine funktionierende Schieneninfrastruktur der Bahn ihre Wirkung komplett verlören. Verschärft wird die Lage dadurch, dass durch bundesweite Baustellen immer mehr Fern- und Güterzüge in den ohnehin maroden Raum Magdeburg umgeleitet werden.

Ultimatum vor der Mega-Baustelle im Oktober
Das Land fordert von der DB InfraGO die sofortige Sanierung kritischer Abschnitte. Die Zeit drängt: Bereits im Oktober startet die Generalsanierung der Hauptachse Berlin–Stendal–Hannover. Deren offizielle Umleitungsstrecke soll ausgerechnet über die ohnehin überlasteten Schienenwege Magdeburg–Braunschweig führen. Ohne schnelle Reparaturen droht dann das endgültige Chaos.

Bilder

Foto: Allianz pro Schiene
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Kommentare

  •  
    langguuschte schrieb um 20:53 Uhr am 05.06.2026:
    Mein D-Ticket habe ich wegen diesen chaotischen Verhältnissen gekündigt. Muss ich halt wieder mit Auto fahren. Mit der Bahn schaffe ich es nicht pünktlich meine Arbeit aufzunehmen. Schade, mein Beitrag zur Einsparung von fossilen Brennstoff und damit für die Umwelt usw. ist nicht mehr möglich. Von den Kraftstoffpreisen mal abgesehen.
    Straßen verschlissen, Brücken einsturzgefährdet und Bahngleise sind marode. Infrastruktur ist quasi im Eimer. Schaut ich noch auf andere Bereiche wie Bildungssystem, Rentenversicherung, Digitalisierung, Industrie oder Gesundheitswesen komme ich zu dem Schluss: dieses Land ist am Ende!
    Seit 2002 haben wir CDU geführte Landesregierungen in Sachsen-Anhalt. Sie haben es nicht geschafft das Leben im Land besser zu machen. Sie haben auf ganzer Linie versagt. Die CDU ist die einzige Fraktion, die einer Diätenerhöhung der Landtagsabgeordneten zustimmt. Damit belohnt sich die CDU tatsächlich noch für ihre schlechte Arbeit. Profitieren wird voraussichtlich die rechtsextreme AfD. Sollte diese die absolute Mehrheit erreichen, wird es noch schwieriger. Fachkräfte mit Migrationshintergründen werden fehlen und die jetzt schon vorhandenen Probleme verschärfen.