Logo

Landesprogramm Queer bündelt Maßnahmen für Schutz, Teilhabe und Akzeptanz

Sonstiges
  • Erstellt: 06.06.2026 / 14:05 Uhr von ub/pm
Sachsen-Anhalt erhält erstmals ein eigenständiges Landesprogramm Queer. Mit dem in der Kabinettssitzung beschlossenen Programm wird erstmals ein ressortübergreifend abgestimmter Handlungsrahmen für die Queerpolitik des Landes geschaffen. Ziel des Programms ist es, die Teilhabe queerer Menschen zu stärken sowie Diskriminierung und Gewalt entgegenzuwirken. Dafür wurden ressortübergreifend 24 Maßnahmenpakete mit 63 Einzelmaßnahmen in den Handlungsfeldern Gewaltprävention, Bildung, Gesundheit, Pflege sowie Gleichstellung in der Arbeitswelt vereinbart.


Schwerpunkte des Programms liegen insbesondere auf dem Ausbau und der besseren Erreichbarkeit von Beratungs- und Unterstützungsangeboten – auch im ländlichen Raum –, der Weiterentwicklung von Präventions- und Schutzstrukturen, der Stärkung von Teilhabe und Sichtbarkeit sowie einer noch engeren Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Sicherheitsbehörden und Zivilgesellschaft. Das Landesprogramm wurde in einem breit angelegten Beteiligungsprozess gemeinsam mit Vereinen, Initiativen, Verbänden, Fachkräften und den beteiligten Ressorts erarbeitet.

Sozialministerin Petra Grimm-Benne erklärte zum Auftakt des weltweit im Juni begangenen Pride Month: „Die Achtung der Menschenwürde und der Schutz vor Diskriminierung stehen in Sachsen-Anhalt nicht zur Disposition. Mit dem Landesprogramm Queer setzen wir ein deutliches Zeichen für Sicherheit und ein respektvolles Zusammenleben. Die zunehmenden Anfeindungen und Störungen von CSD‘s zeigen, wie wichtig ein Schulterschluss gegen Hass und Ausgrenzung ist. Die queere Community ist ein selbstverständlicher Teil unserer vielfältigen Gesellschaft.“

Die Zahl queerfeindlicher Straftaten steigt bundesweit. Im Jahr 2025 wurden insgesamt 2.048 entsprechende Straftaten registriert – mehr als fünf pro Tag. In Sachsen-Anhalt wurden 50 Straftaten im Themenfeld geschlechtsbezogene Diversität erfasst sowie 77 Straftaten im Zusammenhang mit der sexuellen Orientierung erfasst. Grimm-Benne betonte: „Die Zunahme queerfeindlicher Straftaten ist alarmierend. Menschen dürfen nicht aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität Anfeindungen, Hass oder Gewalt erfahren. Es ist unsere gemeinsame Verantwortung, Prävention zu stärken, Betroffene zu schützen und queerfeindlicher Gewalt entschlossen entgegenzutreten.“

Sachsen-Anhalt hat bereits in den vergangenen Jahren wichtige Schritte zur Förderung von Akzeptanz und Gleichstellung von Menschen unterschiedlicher sexueller Orientierung und geschlechtlicher Identität unternommen. Dazu zählen landesweite Bildungsangebote, die Förderung queerer Vereine sowie Sensibilisierungsmaßnahmen in Verwaltung und im Bereich der Gesundheitsversorgung. An diese Arbeit knüpft das Landesprogramm Queer an. Zu den vorgesehenen Maßnahmen gehören unter anderem der Ausbau eines queersensiblen Opferschutzes, die Stärkung von Kompetenzen im Gesundheitswesen im Umgang mit queeren Menschen, die stärkere Berücksichtigung queerer Perspektiven in bestehenden Beratungs- und Unterstützungsstrukturen, Fortbildungsangebote für Jobcenter sowie die Weiterentwicklung und langfristige Absicherung der Landeskoordinierungsstellen LSBTIQ*. Darüber hinaus sollen bestehende Beratungs- und Unterstützungsangebote weiterentwickelt, Schutzkonzepte insbesondere für öffentliche Veranstaltungen gestärkt und die Zivilgesellschaft besser unterstützt werden.

Bilder

Foto: CSD Deutschland
Dieser Artikel wurde bereits 1.093 mal aufgerufen.

Werbung

Kommentare

  •  
    Toni schrieb um 07:45 Uhr am 08.06.2026:
    Akzeptanz, Toleranz und Vielfalt werden in Deutschland oft als wichtige gesellschaftliche Werte hervorgehoben. Gleichzeitig stellt sich für viele Menschen die Frage: Wie passt es zusammen, Menschen aus anderen Kulturkreisen willkommen zu heißen, wenn einige von ihnen genau diese Werte ablehnen?

    Eine offene Gesellschaft kann nur funktionieren, wenn ihre Grundprinzipien für alle gelten. Toleranz bedeutet nicht, jede Haltung widerspruchslos zu akzeptieren. Wer Freiheit, Gleichberechtigung, Meinungsfreiheit oder die Rechte anderer verachtet, kann sich nicht auf die Toleranz berufen, die er selbst nicht gewähren möchte.

    Ebenso sollte Vielfalt keine Einbahnstraße sein. Sie setzt gegenseitigen Respekt voraus – unabhängig von Herkunft, Religion oder Weltanschauung.

    Was mich außerdem nachdenklich macht: Manche Menschen, die sich besonders laut für Toleranz einsetzen, reagieren gegenüber abweichenden Meinungen oft selbst sehr intolerant. Eine demokratische Gesellschaft lebt jedoch vom offenen Austausch und davon, unterschiedliche Ansichten auszuhalten, solange sie sich im Rahmen von Recht und Respekt bewegen.

    Toleranz bedeutet nicht Gleichschaltung. Toleranz bedeutet, auch mit Meinungen umgehen zu können, die man nicht teilt.
    •  
      Torsten B. schrieb um 21:41 Uhr am 06.06.2026:
      Es ist keine einfache Thematik und in der Gesellschaft ein sehr aufgeladenes Thema. Natürlich soll jeder Mensch nach seiner eigenen Fasson glücklich sein oder werden, sagte schon Friedrich der Große. Auf der anderen Seite stellen sich jedoch viele Fragen. Müssen diese Veranstaltungen von der Politik so massiv gefördert werden, auch finanziell? Allein bundesweit sind es in diesem Jahr über 100 Veranstaltungen. In unserem Land leben derzeit mehr als 83-Millionen Bürger/in, ist nicht die Mehrzahl davon noch sagen wir mal hetero? Findet davon nicht die Mehrheit immer noch das Model Mutter, Vater und Kind als erstrebenswert? Oder soll der Gesellschaft quasi eine neue "Normalität" vermittelt werden? Wenn die Achtung der Menschenwürde und der Schutz vor Diskriminierung in Sachsen-Anhalt nicht zur Disposition stehen, laut Frau SM Petra Grimm-Benne, kommt man schon ins Staunen. Allein die veränderte Flüchtlingspolitik (GEAS), die geplanten Abschiebehaft-Anstalten, auch in Drittländern, selbst Minderjähriger zeugt von einer verlogenen Doppelmoral ohne Gleichen! Verantwortlich dafür CDU und SPD in DE.
      • Ach so schrieb um 11:21 Uhr am 07.06.2026:
        Ja was denn nu, dürfen sie oder dürfen sie nicht?
        Sind sie gleichberechtigt in Ihren Augen?
        Ist die Gesellschaft tolerant?
    •  
      Randy schrieb um 17:21 Uhr am 06.06.2026:
      Herr Langer darum geht es garnicht!
      Beispiel: überall hängen diese bunten Fahnen z.b. und wenn ich mit einer Deutschlandfahne auf der Autobahnbrücke stehe ,das wird von der Polizei verboten oder am nächsten Morgen kommt das Überfallkomando.
      Es will hier keiner einem was verbieten,aber das aufdrängen der bunten Fahnen lehne ich total ab ,sondern ziehe unsere Staatflage vor,diese sollte vor jeden öffentlichen Gebäude wehen und keine andere Fahne hat da was zusuchen.
      • Ach So schrieb um 11:15 Uhr am 07.06.2026:
        Ne Rabdy, die hier beschriebene Community unter der Regenbogenfahne, will niemandem vorschreiben wie er zu leben oder Lieben hat noch die Regierung „auszutauschen“:

        „Der Donnerstag ist für die Protestgruppe „Team Ziesar“ seit Monaten ein fester Demo-Termin im Kalender. „Wir wollen, dass die Bundesregierung ausgetauscht wird“, sagt Madleen Richter aus Wusterwitz, Sprecherin der Gruppe. “
        Nachzulesen in Märkische Allgemeine

        Deutschlandfahnen bei Privatpersonen machen unter solchen Aspekten doch oft eher stutzig.

    •  
      M. Langer schrieb um 17:02 Uhr am 06.06.2026:
      Danke Karl! Da liegt das Problem: so einige Menschen können nicht verstehen und in ihrem eingeschränkten Weltbild passt nur schwarz-weiß! Bitte schaut euch mal das Grundgesetz an: „die Würde des Menschen ist unantastbar“ und vieles mehr steht da drin. Für einige Menschen soll das scheinbar nicht gelten und darum ist das Programm so wichtig!
      •  
        Randy schrieb um 16:21 Uhr am 06.06.2026:
        Enna ,dem ist nichts hinzuzufügen,gut geschrieben!
        •  
          Enna schrieb um 15:05 Uhr am 06.06.2026:
          Oh man und erneut wird Geld einfach so sinnlos aus dem Fenster rausgeworfen.
          Die ganzen Schwurbler drängen mal wieder ihre "Sektenähnlichen" Lebensweisen uns auf die jeder verstehen muss.
          Es ist auch kein Wunder wenn die Krankenkassen vorne & hinten kein Geld mehr haben wenn sich jeder psychisch gestörte wie bei Transformers "transformiert" & an sich rumbasteln lässt als ob es ein Kunstprojekt ist.
          Am Ende des Tages gibt es Biologisch nur Zwei Geschlechter wie jeder weiß & jeder der das Gegenteil behauptet könnte sich ja mal ein Platz in einer Einrichtung besorgen, dort könnte Sachsen Anhalt lieber mal das Geld investieren und sich um die Schwurbler in der Enrichtung kümmern.
          Dann hätten wir auch langsam unsere Ruhe vor dem aufdrängen ihrer Lebensweise.
          • Leser54 schrieb um 20:56 Uhr am 06.06.2026:
            Ach Enna,,,A. Du hast keine Ahnung
            B . Du schreibst wirres Zeugs
            C. Du bist komplett unwissend und
            D. Du kehre erstmal vor deiner eigenen Tür, denn dort liegt garantiert ganz viel HasstiradenDreck
          • Karl schrieb um 16:48 Uhr am 06.06.2026:
            Und genau wegen solch homophoben und queerfeindlichen Menschen, wie dir, ist es um so wichtiger ,dass es Programme gibt, die die Akzeptanz fördert und die Intoleranz mindert.
            Bevor du das Wort Schwurbelei verwendest, solltest du erstmal bei dir selbst anfangen.

            Hauptsache auf die Schwachen und Minderheiten draufhauen und dann rumheulen, dass sie versuchen sich zu wehren.