Kino-Fans in Magdeburg stehen an diesem Wochenende teilweise vor verschlossenen Türen oder müssen mit erheblichen Einschränkungen rechnen. Die Gewerkschaft ver.di hat die Beschäftigten des CineStar zum Warnstreik aufgerufen. Während bundesweit verhandelt wird, zeigen die Mitarbeiter in der Landeshauptstadt bereits seit Freitag klare Kante.
Wer am Wochenende einen gemütlichen Kinoabend im CineStar Magdeburg geplant hat, sollte sich auf Verzögerungen einstellen. Mit einem „Wichtigen Hinweis“ auf der Website warnt die Kinokette ihre Gäste bereits vor: „Aufgrund eines Streiks kann es zu Einschränkungen kommen“, heißt es dort knapp. Das Team bittet um Verständnis, doch der Hintergrund der Aktion ist ein handfester Tarifkonflikt.
Streikstart in Magdeburg bereits am Freitag
Während die Standorte in Leipzig, Chemnitz und Erfurt erst am heutigen Samstag in den Ausstand treten, haben die Magdeburger Beschäftigten bereits am Freitag (10.04.) die Arbeit niedergelegt. Der Warnstreik in der Elbestadt soll laut Gewerkschaftsangaben bis zum frühen Sonntagmorgen um 03:00 Uhr andauern.
Die Maßnahme ist Teil einer bundesweiten Ausweitung der Arbeitskämpfe. „Die Beschäftigten haben es satt“, erklärt Lucas Munzke von ver.di Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Nach drei Verhandlungsrunden liege immer noch kein ausreichendes Angebot der Arbeitgeberseite vor. Mit dem Streich-Wochenende wolle man den Druck vor der nächsten Verhandlungsrunde am kommenden Dienstag massiv erhöhen.
Die Forderungen: Mehr als nur Mindestlohn
Die Gewerkschaft verweist auf die wirtschaftliche Stärke des Konzerns. Trotz Modernisierungen und Investitionen in die Kinosäle komme bei den Mitarbeitern zu wenig an, so die Kritik. Die Forderungen der Beschäftigten sind konkret:
Lohnerhöhung: Der Einstiegslohn soll um 3,00 Euro auf 16,00 Euro pro Stunde steigen.
Treuebonus: Langjährige Mitarbeiter sollen stärker profitieren. Wer über 10 Jahre dabei ist, fordert 3,50 Euro mehr; bei über 25 Betriebsjahren sollen es 4,50 Euro zusätzlich sein.
Sonderzahlungen: Die Jahressonderleistung soll auf 880,00 Euro angehoben werden.
Laufzeit: Der neue Tarifvertrag soll eine Laufzeit von 12 Monaten haben.
Auswirkungen für Kinobesucher
Für die Besucher in Magdeburg bedeutet der Streik konkret, dass Serviceleistungen wie der Ticketverkauf an den Kassen oder die Ausgabe von Snacks und Getränken nur eingeschränkt zur Verfügung stehen könnten. Inwieweit Vorstellungen komplett ausfallen, hängt von der Beteiligung vor Ort ab.
„CineStar hat vielfach gezeigt, dass Geld da und das Kinogeschäft weiterhin lukrativ ist“, betont Munzke. Es sei nun an der Zeit, die Wertschätzung für die Arbeit hinter dem Tresen und im Kinosaal auch finanziell auszudrücken. Ob der Kinobetrieb zum Start der neuen Woche wieder reibungslos läuft, wird maßgeblich vom Ausgang der Verhandlungen am Dienstag abhängen.
Eines ist jedoch klar: Das Signal aus der Magdeburger Belegschaft an die Konzernzentrale ist an diesem Wochenende unüberhörbar.