Es ging temporeich los. Magdeburg setzte auf den schnellen Abschluss, Berlin nutzte aufkommende Fehler für den direkten Konter – nach gut drei Minuten stand es 1:3. Wobei der SCM auf der anderen Seite ebenfalls aus den Ungenauigkeiten der Gegner Profit schlug, und wenig später wieder ausglich (3:3, 5.). Von da an blieb es der erwartet enge Schlagabtausch. Hier ein hochklassiges Duell am Kreis, dort eine gute Einzelaktion – insgesamt ließ die Begegnung handballerisch wenig zu wünschen übrig. Nicht zuletzt, weil die Emotionen auf und abseits des Feldes ebenfalls einem Topspiel entsprachen.
Da das Team von Trainer Bennet Wiegert mehrere Strafwürfe nicht verwerten konnte, hatten die Gäste zwischenzeitig die Nase erneut vorn (6:18, 14.), zogen aber nie wirklich davon. Im Gegenteil, in der 20. Minute tankte sich Felix Claar zum 10:10 durch, zur Halbzeit stand es weiter pari (15:19) und so setzte sich der Spielfilm mit Spannung fort.
Der zweite Durchgang begann zwar offensiv etwas stockend (16:19, 35.), doch über eine agile Defensive mit einem starken Matej Mandic dahinter hielt der SCM die Partie weiter offen. In der 38. Minute traf Magnus Saugstrup zum 18:19. So richtig das Momentum auf die eigene Seite ziehen konnte der SCM dann ab der 46. Minute. Tim Hornke setzte einen Gegenstoß zum 24:24, danach parierte Mandic und in der 50. Minute traf Mathias Musche zur 27:26-Führung, bevor Claar noch einen drauf setzte.
Daran änderte auch nicht, dass Musche nach einer Abwehraktion die Rote Karte sah (52.). Zwar glichen die Berliner in Überzahl noch einmal aus (28:28, 53.), doch Magdeburg ließ sich die Punkte nicht mehr nehmen.
Bennet Wiegert: „Das waren zum Schluss Nuancen. Es hätte in beide Richtungen ausgehen können. So fühlen wir uns verdammt gut, dass auf unsere Seite gezogen zu haben. Mich macht besonders stolz, dass die Jungs diesen Charakter gezeigt haben, obwohl nicht alles für uns lief. Wir hätten auch den Kopf in den Sand stecken können – machen wir aber nicht und kämpfen weiter. Dann kommt der Heimvorteil, die Zuschauer pushen uns, und wir wachsen über uns hinaus.“
Schiedsrichter: Fabian Baumgart/ Philipp Dinges
Zuschauende: 6600 (ausverkauft)
Spielfilm: 3:3 (5.), 5:6 (10.), 6:8 (15.), 10:11 (20.),12:13 (25.), 15:15 (30.) – 16:19 (35.), 20:22 (40.), 23:24 (45.), 26:26 (50.), 30:30 (55.), 35:33 (60.)
SC Magdeburg:
Hernandez (2 Paraden), Mandic (12 Paraden); Musche 6/1, Claar 6, Zehnder, Kristjansson 6, Pettersson, Magnusson 3/1, Hornke 3/1, Jonsson , Weber, Lagergren 1, Mertens 1, Saugstrup 9, O’Sullivan, Barthold, Bergendahl
Füchse Berlin:
Ludwig, Milosavljev (13 Paraden); Darj 1, Prantner, Andersson 8, Ariño, Grøndahl 3, Lichtlein 4, Gidsel 11, Freihöfer 1, Cehte 1, Pichiri, Langhoff, Herburger, av Teigum 3, Marsenic 1
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