Ein geplantes Modellprojekt, angelehnt an ein Vorhaben aus Hessen, soll Abhilfe schaffen: Künftig könnte das Finanzamt den Steuerpflichtigen einen digitalen Vorschlag zur Steuerberechnung unterbreiten und damit den gesamten Prozess deutlich vereinfachen und bürgernäher gestalten. „Wir wollen das Ende der Papierberge und das Versprechen eines modernen Staates einlösen. In einfachen Fällen kann die Steuererklärung künftig vom Amt kommen und nicht mehr von den Bürgerinnen und Bürgern“, erklärt Olaf Meister, finanzpolitischer Sprecher der grünen Fraktion. „Das ist keine Utopie, das funktioniert bereits in Hessen und findet dort große Zustimmung.“
Im Kern geht es um einen klugen Perspektivwechsel: Für Steuerpflichtige mit Einkünften ausschließlich aus Lohn oder Rente liegen dem Staat schon heute nahezu alle relevanten Daten vor. Warum also Menschen zwingen, diese Informationen umständlich erneut einzutragen? Genau hier setzt das grüne Konzept an. Ein automatisch erstellter Steuerfestsetzungsentwurf soll die Bürgerinnen und Bürger entlasten.
„Das ist kein Bürokratieabbau um des Abbaus willen, sondern ein echter Servicegewinn. Ein Staat, der den Menschen Arbeit abnimmt, zeigt, dass er digital wirkt und den Alltag erleichtert“, so Meister weiter.
Die Zahlen aus Hessen sprechen eine klare Sprache: 80 Prozent der Angeschriebenen akzeptierten den Vorschlag des Finanzamts. Auch die Deutsche Steuergewerkschaft begrüßt das Modell – nicht zuletzt, weil es angesichts des Fachkräftemangels wertvolle personelle Ressourcen spart.
Der Antrag der grünen Landtagsfraktion sieht ein Pilotprojekt in Sachsen-Anhalt vor. Langfristig soll daraus ein landesweites Modell werden. Olaf Meister betont dabei: „Das ist ein Angebot, kein Zwang. Wer seine Erklärung weiterhin selbst machen möchte, kann das selbstverständlich tun. Aber wer weniger Papierkram will, bekommt jetzt eine smarte Alternative.“
Die grüne Fraktion zeigt mit diesem Vorhaben, wie Digitalisierung und Bürgerfreundlichkeit zusammengehören. Sachsen-Anhalt kann mit einem mutigen Schritt vorangehen – für eine Verwaltung, die Menschen entlastet, statt sie zu belasten.
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