In Magdeburg protestieren derzeit Aktivisten gegen die Rodung einer Grünfläche am Westufer der Elbe. Mit einem Baumhaus in rund sieben Metern Höhe haben sie ein Protestcamp auf dem sogenannten Trümmerberg errichtet. Die Besetzer fordern den Erhalt der Grünfläche, die Teil des Biosphärenreservats Mittelelbe ist.
Protest für Umwelt und Gesundheit
Die Gruppe, die sich “Trümmi bleibt” nennt, machte am Donnerstag mit einem Baumhaus und großem Transparent auf dem Gelände zwischen Sternbrücke und Hubbrücke auf sich aufmerksam. Ihr Protest richtet sich gegen die Bebauung des Areals, die vom Investor Marc Weiler vorangetrieben wird. Auf dem Gelände sollen drei Luxusmiethäuser entstehen.
Die Flächen rund um den Trümmerberg gehören der WOBAU Magdeburg, der Landeshauptstadt Magdeburg und den Städtischen Werken. Gemeinsam mit privaten Investoren wie der Upwind Holding GmbH und Weiler würden sie die Baupläne vorantreiben.
Die Besetzer argumentieren, die Rodung bedrohe nicht nur die Umwelt, sondern auch die Gesundheit der Bevölkerung. Unter der Erde lagern demnach rund 2000 Kubikmeter Kriegsschutt. Bei einer Abtragung des Hügels könnten krebserregende und erbgutverändernde Feinstaubpartikel freigesetzt werden, die sich in der Stadt verteilen.
Die Aktivisten sehen im Trümmerberg ein wichtiges ökologisches Refugium. Die dichte Vegetation aus alten Bäumen und Wildwuchs filtere die Luft, mindere Lärm und kühle die umliegenden Wohngebiete. Das Areal sei zudem Lebensraum für über 40 Vogelarten, Rehe, Hasen und Insekten.
Polizei vor Ort
Kurz nach der Besetzung kam es direkt zu einem Polizeieinsatz. Die Beamten überprüften das Versammlungsrecht und forderten die Aktivisten auf, das Gelände zu verlassen. Der Eigentümer kündigte an, bei freiwilligem Verlassen auf eine Anzeige zu verzichten, Personalien seien jedoch aufgenommen worden. Die Aktivisten kritisieren das Verhalten der Polizei, die nach ihren Angaben den Motor ihres Fahrzeugs minutenlang laufen ließen. Sie sehen darin eine unnötige Belastung für Klima und Anwohner. Später habe die Polizei das Baumhaus geduldet, aber weitere Erweiterungen sowie Besteigungen untersagt und Material entfernt, was die Gruppe als Versuch wertet, den Schichtwechsel im Baumhaus zu verhindern.
Kritik an Leerstand und Investoren
Die Besetzer kritisieren, dass in Magdeburg Wohnungen leer stehen, während wertvolle Naturflächen zerstört werden sollen. Sie weisen darauf hin, dass Marc Weiler selbst ungenutzte Gebäude in der Innenstadt besitzt, die saniert werden könnten. Die Gruppe fordert eine gerechte Verteilung von Wohnraum, statt ökologisch wertvolle Flächen zu opfern. Sie verurteilen die „Gier“ des Investors und sehen darin einen Angriff auf Klima, Umwelt und die Gesundheit der Anwohner.
Das Protestcamp ist als langfristiger Widerstand geplant und genießt die Unterstützung des Bündnisses “Wald statt Asphalt”. Die Besetzung solle der Anfang einer Bewegung werden, so die Aktivisten. Sie rufen die Bevölkerung zur Unterstützung auf, sei es durch Präsenz vor Ort, das Teilen von Informationen in sozialen Medien oder Gespräche im Bekanntenkreis.
Kommentare
Lichtenberg Marika schrieb um 11:58 Uhr am 16.08.2025:
Krüger schrieb um 21:47 Uhr am 11.08.2025:
Fragender schrieb um 16:53 Uhr am 09.08.2025:
Das ist aber nicht so medienwirksam.
Für diese Leute zählen nur Follower.