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Kanadisches Berufkraut – Zauberkraut aus Nordamerika

Stadtgeschehen
  • Erstellt: 09.08.2025 / 13:09 Uhr von mt
Wöchentlich stellt euch der Meetingpoint essbare oder zumindest teilweise essbare Pflanzen vor. 
Heute erfahrt ihr mehr über das Kanadische Berufkraut.

Seinen Ursprung hat das Berufkraut in Nordamerika. Auf interessante Weise siedelte es nach Europa über. Die feinen Härchen seiner Früchte nutzte man zusammen mit anderen Materialien zum Ausstopfen eines Vogels. Dieser wurde im Jahre 1655 von Kanada an das Schloss Blois in Paris geschickt. Einige Zeit später erschien das Kanadische Berufkraut im Botanischen Garten des Schlosses. Noch im selben Jahr wurde das Kraut erstmals in einem Pflanzenkatalog erwähnt.

Es produziert viele Samen, die eine gute Flugfähigkeit besitzen. Bereits gegen Ende des 18. Jahrhunderts kam es häufig in ganz Mittel- und Südeuropa vor. Es ist oft an Wegrändern, auf Ödland oder Schuttstellen zu finden. Aber auch im heimischen Garten siedelt es sich an. Seinen Namen hat das Berufkraut einem alten Volksglauben zu verdanken. Ein Glaube besagt, dass bestimmte Worte oder Blicke Unglück bringen können. Es steht im Kontext des Glaubens an das „Berufen“ oder „Beschreien“ von etwas. Das Räuchern mit dem Kraut soll vor bösen Flüchen und negativen Energien schützen. Der feine Geruch des Krautes wird als klärend empfunden und eignet sich für Rituale zur Bewältigung von Veränderungen im Leben. Es ist auch das Symbol für Beständigkeit und wird in der Floristik für Jubiläen oder Hochzeiten verwendet. Das Berufkraut wird als Schutz vor negativen Einflüssen um Häuser und Felder gepflanzt.
Der Glaube ist nicht wissenschaftlich belegt. Sich in alte Traditionen Einblick zu verschaffen, kann jedoch einen interessanten Blickwinkel auf die Beziehung Mensch–Natur eröffnen.

Das Kanadische Berufkraut wird ebenfalls im Bereich der Homöopathie angewendet. Inhaltsstoffe
Ätherisches Öl (Citronellal, Linalool), Cholin, Beta-Sitosterol, Kaffeesäure und Gerbstoffe Cholin ist ein Nährstoff, der für viele Körperfunktionen wichtig ist. Es unterstützt den Fettstoffwechsel, die Leberfunktion und die Gehirnaktivität. Beta-Sisterol ist ein Pflanzensterin. Es dient unter anderem der Senkung des Cholesterinspiegels, unterstützt die Herzgesundheit und lindert Symptome bei BPH (benigne Prostatahyperplasie). Das ist eine Vergrößerung der Prostata.

Heilwirkungen
Blutstillend- Einsatz bei kleinen Wunden, Nasenbluten sowie Menstruationsbeschwerden. Des Weiteren wirkt es entzündungshemmend, beruhigend bei Durchfallerkrankungen, harntreibend und wurmtreibend bei Darmparasiten.
Auf die Psyche wirkt es positiv bei Unsicherheit und Ängsten.

Anwendung
Blätter und Blüten werden roh oder getrocknet als Tee zubereitet. Dieser kann getrunken oder für Umschläge genutzt werden. Ebenfalls kann eine Tinktur oder Salbe aus der Pflanze hergestellt werden. In der Küche werden von April bis Juli die noch zarten Blätter mit anderen Pflanzen gemischt und in Kräuterquark, Kräuterbutter oder Kräutersalz verwendet. Um die Bitterstoffe der Blätter zu reduzieren, können sie in Streifen geschnitten und blanchiert werden. Wer die Blätter auch im Winter genießen möchte, kann diese würzig mariniert einlegen. Der Geschmack der Pflanze ist bitter-würzig.

Habt ihr Fragen zur Herstellung der Salbe oder Tinktur? Wendet euch damit bitte an:
Elke Tantzen
Putergarten 5, 39175 Gerwisch
Tel.: 0152-8205400
Website: https://elke-tantzen.de/kontakt

Anmerkung der Redaktion
Für die Informationen im Artikel bezüglich der Heilwirkung und Anwendung übernehmen wir keine Garantie. Inhaltsstoffe von Nahrungsmitteln haben bei jedem unterschiedliche Wirkungen. Es ist das Wissen, das in der Menschheitsfamilie von Generation zu Generation weitergegeben wird, in Begleitung medizinischer Studien und Homöopathen.

Bilder

Kanadisches Berufkraut Fotos: pixabay
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