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„Man passte auf, dass man uns leiden ließ“ - Lesung zur Erinnerung an KZ-Häftlinge in Magdeburg

Stadtgeschehen
  • Erstellt: 20.06.2024 / 09:05 Uhr von ar/pm
Im Juni 1944 wurden unter den Augen der Bevölkerung zwei Lager für KZ-Häftlinge in Magdeburg errichtet, deren Arbeitskraft dringend in der während des Zweiten Weltkriegs wachsenden Rüstungsindustrie benötigt wurde. Mit der Lesung „Man passte auf, dass man uns leiden ließ“ wird heute um 17 Uhr in der Stadtbibliothek an das Leid der Verfolgten vor achtzig Jahren erinnert. Die Bibliothek lädt Interessierte ein.

Auf Initiative der Magdeburger Polte-Werke, die zu den größten Munitionsfabriken in Europa zählten, und der Braunkohle-Benzin in Magdeburg-Rothensee, kurz Brabag, die synthetischen Treibstoff für den Krieg produzierte, wurden zwei sogenannte Außenkommandos der Konzentrationslager Ravensbrück und Buchenwald in Magdeburg eingerichtet.

Mehr als 5.700 Frauen und Männer mussten hier bis kurz vor Kriegsende Zwangsarbeit in den Industriebetrieben leisten. Nur wenige hundert Häftlinge überlebten die unmenschlichen Haft- und Arbeitsbedingungen.

In der Lesung werden Zeitzeugenaussagen und literarische Selbstzeugnisse Überlebender von dem Historiker Pascal Begrich, Geschäftsführer des Vereins „Miteinander“, und dem Schauspieler Jochen Gehle im Wechsel vorgetragen und kommentiert. Die Veranstaltung ist Teil des „Gedenkjahrs Magdeburg“ und wird im Rahmen der Institutionellen Förderung von Miteinander e.V. durch das Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung des Landes Sachsen-Anhalt ermöglicht.

Alle interessierten Besucher sind zur Erinnerungslesung mit Pascal Begrich und Jochen Gehle um 17 Uhr in der Zentralbibliothek der Stadtbibliothek herzlich willkommen. Der Eintritt ist frei.

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